Herzlich willkommen! Wir sind die beiden Gründer.

(FOTO FOLGT)

Dr. Christian Fahrenbach

Ich bin Journalist und Trainer in New York und Deutschland. Im ersten Leben war ich BWLer, deshalb freue ich mich, dass nun endlich all meine Kenntnisse aus dem Excel-Kindergarten wieder zum Einsatz kommen. Nach dem BWL- und Journalismusstudium in Stuttgart habe ich dort an der Universität Hohenheim in Kommunikationswissenschaften promoviert. Zur eigenen Belohnung (Treat Yourself!) bin ich das erste Mal für mehr als ein paar Tage nach New York gezogen. Seitdem hat mich die Stadt nicht losgelassen, auch wenn mein Herz natürlich noch für die alte Heimat Witzenhausen schlägt. Die Deutschen Meisterschaften im Kirschsteinweitspucken sind sogar ein kleiner Grund dafür, dass ich nach New York gegangen bin. Ist eine andere Geschichte. Mehr über mich gibt’s auch bei Twitter.

Dominik Wurnig

Ich bin ein Journalist aus Wien in Berlin. Als Kind wollte ich eigentlich zum Fernsehen. Zum Glück wurde aber das Internet erfunden, und deshalb darf ich heute zerzauste Haare, Bart und Hoodie tragen. In Wien und Lyon habe ich Theaterwissenschaft studiert, in New York Journalismus. Heute mache ich am liebsten Geschichten über gute Ideen mit Daten und Videos. Gute Ideen schickst du mir am besten über Facebook oder Twitter.

 

Und hier folgt das Team hinter Signal & Rauschen.

(Fotos und Bios folgen)

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Noch Fragen? Hier unsere FAQ:

ÜBER DIE UMFRAGEN

*** Wie kommen die Wahlumfragen überhaupt zustande?

Es gibt in Deutschland sieben große Umfrageinstitute, die regelmäßig Umfragen zur sogenannten Sonntagsfrage veröffentlichen. Weil es unmöglich wäre, alle Menschen zu befragen, die am Ende tatsächlich wählen gehen, wird eine Gruppe mit meist um die 1.000 Mitgliedern betrachtet. Diese Größe gilt als repräsentativ. Die Meinungsforscher sind zuversichtlich, einen Querschnitt der Bevölkerung abzubilden: Groß- und Kleinstädter, Alte und Junge, Arme und Reiche.

Trotzdem gibt es viele Gründe, weshalb die Umfragen die späteren tatsächlichen Entscheidungen nicht genau wiedergeben. Infratest/dimap beschreibt drei wichtige Punkte:

  • Durch den kleinen Ausschnitt von Befragten ergibt sich eine Spannbreite von +/- drei Prozentpunkten bei großen Parteien.
  • Es ist generell schwierig vorherzusagen, ob die in der Umfrage Befragten auch tatsächlich zur Wahl gehen.
  • Viele Menschen wissen zum Zeitpunkt der Umfrage noch nicht, wen sie wählen oder sie ändern nach der Umfrage noch ihre Meinung.

Wie der Alltag eines Meinungsforschers im Detail ausschaut, wollen wir in den kommenden Monaten auch in einem Magazinbeitrag beschreiben.

 

 

*** Wie ist Signal & Rauschen entstanden?

“Beim Brexit lagen alle falsch!”

“Die miesen Wahlumfragen waren bei Trump ja wohl TOTAL daneben!”

Zwei übliche Meinungen über Wahlforschung – und beide sind nicht ganz richtig, aber auch nicht ganz falsch. Angefixt von der Berichterstattung im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016, haben sich Christian Fahrenbach und Dominik Wurnig vorgenommen, journalistisch mehr aus Wahlumfragen herauszuholen.

Christian hat die letzten drei US-Wahlen in den Vereinigten Staaten begleitet und lebt seit 2014 in New York. Dominik hat dort Journalismus studiert. Beide haben wir 2012 erlebt, wie große US-Analyseseiten à la fivethirtyeight.com und realclearpolitics.com wichtiger Bestandteil der Berichterstattung geworden sind. Damals und im Wahlkampf 2016 fiel uns auf, wie solche Angebote mehr mit Umfragedaten spielen und wie viel größer die Lust auf neue datenbasierte journalistische Formen insgesamt ist. Aber es gab auch einen Haken: Durch die Fixierung auf das „Horse Race“ gehen Sendezeit und Zeitungsspalten verloren. Statt gründlicher Analyse über politische Ziele oder elementare Verschiebungen in der Zusammensetzung der Wähler gibt es kurzatmige Diskussion über Siegeswahrscheinlichkeiten, über zwei mutmaßliche Prozentpunkte mehr in Pennsylvania und drei weniger in Missouri.

Und so entstand die Idee für Signal & Rauschen: Den US-Elan für Zahlen und Umfragen wollen wir ein klein wenig nach Deutschland holen und mit Hintergründen zum Wahlforschungs-Business verknüpfen.

 

*** Und habt ihr euch für das Projekt ethische Regeln gegeben?

Ja. Wir haben uns zu Beginn ein paar Regeln gegeben: nahbar wollen wir sein und offen für viele Ideen – eher spielerisch erforschend statt allwissend. Wir wollen über Wahlforschung und Umfragen berichten, so wie wir Dir abends bei einem Bier davon erzählen würden. Natürlich weiß keiner beim Erstellen der Umfragen mit absoluter Gewissheit, was am Wahltag passiert – und am Ende kommt irgendein Hochwasser, bei dem der eine Kandidat in Gummistiefeln eine bessere Figur macht als der andere -, aber wir können den Prozess erklären. Wir können hinschauen, wie die Institute arbeiten. Wir können hinterfragen, welche Ziele sie verfolgen. Und all das können wir in unseren S&R-Schnitt einfließen lassen.

Ob der am Ende genauer ist als andere Sonntagsfragen? Keine Ahnung. Aber gemeinsam mit Euch wollen wir den Weg dorthin etwas verständlicher gestalten, denn Wahlumfragen sind nicht nur ein Geschäft für Institute und Medien – sie verändern Politik auch aktiv mit. Und deshalb glauben wir, dass sich eine tiefere Auseinandersetzung mit ihnen lohnt. Wir wollen hinter die Kulissen blicken. Nicht nur, um dieses Business besser zu verstehen, sondern um am Ende vielleicht etwas weniger falsch zu liegen als früher.

 

*** Wie finanziert ihr euch?

Das Projekt wird mit einer Förderung des MIZ-Babelsberg in Höhe von 37.500 Euro unterstützt. Weitere 15.000 Euro sollen durch Leserfinanzierung und über die Lizenzierung von journalistischen Artikeln hereinkommen. Davon bezahlt werden unter anderem Wahlforscher, Statistiker, Designer, Programmierer, Marketing und die Projektleitung. Wer will, kann uns hier unterstützen.

 

*** Wieso sollte ich euch denn noch unterstützen?

Wir haben ein Ziel: Wir wollen experimentellen Journalismus machen und neue Methoden ausprobieren. Offen schauen, was wirklich dran ist, an den Umfragen. Wie gut waren sie in Deutschland in der Vergangenheit? Was heißt das für die Wahl 2017?

Weil das im schnellen Alltagsgeschäft in Verlagen und Rundfunkanstalten nur selten konzentriert und in die Tiefe möglich ist, haben wir uns selbstständig gemacht.

Aktuell haben wir so kalkuliert, dass wir Projektleiter an Signal & Rauschen nichts verdienen, die Förderung des MIZ-Babelsberg fließt an das Team und in die IT.

Anstatt euch mit Werbung vollzuballern, bitten wir lieber unsere Leser, uns jeden Monat mit Geld zu unterstützen. Das geht ganz einfach in drei Stufen bei Steady. Wir könnten dir vorrechnen, dass die erste Stufe weniger als einem einzigen Coffee to go oder einem Feierabendbier entspricht – Pick your poison!

Aber in die Tiefe wollen wir die Mitleidsnummer nicht fahren, deshalb: Unterstütze unabhängigen, experimentellen Journalismus. Oder noch besser: Gönn Dir den Kaffee (zur Hölle, nimm sogar den extra Espressoshot!), das Bier und uns!

Zu Steady geht’s hier.

Übrigens: Übersichtlich ist das Ganze auch noch, denn die Unterstützung läuft nur bis zur Wahlnachbetrachtung im Oktober – eine automatische Verlängerung darüber hinaus gibt es nicht.

 

*** Was passiert mit signal & rauschen nach der Bundestagswahl 2017?

So genau wissen wir, Christian Fahrenbach und Dominik Wurnig, das noch nicht. Alle Teammitglieder arbeiten im Haupterwerb in anderen Jobs und unterstützen Signal & Rauschen als Seitenprojekt. Fürs Erste war es unser Ziel ein gutes Produkt herzustellen, dass bis Oktober 2017 funktioniert und entlang des Weges viel über das Umfragebusiness zu lernen und das Wissen zu vermitteln. Nach diesen Erfahrungen wollen wir entscheiden, wie es weitergeht – und auch diesen Prozess wollen wir mit Euch teilen.

 

*** Seid ihr politisch unabhängig?

Ja. Abgesehen von der MIZ-Förderung haben wir bisher kein Geld von öffentlichen Institutionen bekommen.

Sollte uns unter den Steady-Unterstützern ein Muster auffallen, werden wir das hier ausweisen.

 

*** Und wie seid Ihr auf den Namen gekommen?

Der Name der Seite ist eine Verbeugung vor dem englischsprachigen Gold-Standard für Seiten wie diese. “The Signal and the Noise: Why So Many Predictions Fail – But Some Don’t” heißt auf dem US-Markt das Buch von Nate Silver, dem Gründer von fivethirtyeight.com. Das englische Buch gibt es hier, der deutsche Titel lautet: “Die Berechnung der Zukunft: Warum die meisten Prognosen falsch sind und manche trotzdem zutreffen”. Die Version gibt es hier.

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