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Woche 24 – Was die Umfragen zeigen

Die SPD kann ihren Abstieg stoppen, aber Schwarz-Gelb kommt beinahe auf eine Mehrheit. Und: Welche Auswirkungen hatte früher ein Tod von einem Politiker wie Helmut Kohl?

Die wichtigsten Trends
Es gibt keine großen Umschwünge in den vier Umfragen, die in der vergangenen Woche veröffentlicht wurden. Am ehesten fällt auf, dass die Daten dieses Mal keinen anhaltenden Aufstieg der Union zeigen: Es gab ein leichtes Plus, zwei Mal ein kleines Minus, ein Mal ist der Wert gleich geblieben.

Genauso ergeht es der SPD, nur dürfte das für die Sozialdemokraten eine gute Nachricht sein: Vier Umfragen und in keiner hat sie Prozentpunkte verloren. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob damit nun eine Talsohle erreicht ist.

Was das jetzt heißt
Am ehesten: Abwarten. Die Koalitionsmöglichkeiten bleiben gleich: Schwarz-Rot hätte natürlich eine Mehrheit, ansonsten kommt Schwarz-Gelb auf gemeinsam 47 Prozent. Angesichts der statistischen Ungenauigkeiten könnte es also sein, dass Union und FDP derzeit auf eine Mehrheit der Sitze kämen. Darüber hinaus würde es damit natürlich auch für Schwarz-Gelb-Grün reichen – Rot-Rot-Grün hätte allerdings derzeit mit knapp 41 Prozent sicher keine Sitzmehrheit.

Was wirklich wichtig war
Besonders der Tod von Helmut Kohl hat die politische Diskussion diese Woche geprägt. Wir haben deshalb auf Anregung von Unterstützer Rainer Bless mal in die Daten geschaut. Gibt es vielleicht so etwas wie einen „Nostalgie-Effekt“, wenn eine solche Galionsfigur stirbt?
Vergleichbar ist der Tod Kohls beispielsweise mit dem von Helmut Schmidt am 10. November 2015. Allerdings gab es damals in den Werten der SPD keinen sichtbaren Aufstieg. In den Antworten auf die Sonntagsfrage gab es kein Plus für die Sozialdemokraten, einzig in der Umfrage direkt nach Schmidts Tod gab es bei Infratest dimap ein Plus von drei Prozentpunkten bei der „Politischen Stimmung“, also der unbereinigten Abfrage nach der aktuellen Parteipräferenz. Allerdings ist zum einen unklar, wie viel davon sich auf den Todesfall bezieht, denn die Umfrage erschien schon am 13. November und zum anderen war der Effekt in der Woche darauf bereits wieder verschwunden.

Nächste Woche wird sich zeigen, ob sich der in vielen Medien positiv beschriebene Grünen-Parteitag auf die Umfragewerte auswirkt.

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