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Woche 25 – Was die Umfragen zeigen

Ein Trend fällt auf: Für die Linken geht es stetig leicht bergauf. Die SPD muss hoffen, dass ihr Parteitag neuen Schwung bringt.

Die wichtigsten Trends
Fünf Umfragen sind diese Woche erschienen und während sie bei den beiden großen Parteien wenig neue oder klare Trends bringen, gibt es bei den Linken und der AfD deutlichere Veränderungen.

Der Outlier diese Woche ist die neue Umfrage vom ohnehin oft gegen den Trend laufenden Institut INSA. Hier verliert die Union und die SPD gewinnt hinzu. Bei Forsa und Allensbach ist es genau andersrum. Blicken wir also auf den S&R-Umfrageschnitt: Der zeigt, dass Schwarz-Rot im Juni mehr oder minder gleich geblieben sind. CDU/CSU zwischen 37,5 Prozent und 38,5 Prozent, die SPD zwischen 24 und 25,5 Prozent.

Auch bei den kleinen Parteien gibt es keine auffälligen Ausreißer. Im Detail ist es aber vielleicht interessant, dass die AfD in den 16 bisher in diesem Monat erschienen Umfragen nur in zwei Fällen zulegen konnte, aber in fünf verlor. Deutlicher das Bild bei den Linken: Seit einem Monat gab es keine Umfrage mehr, in der die Partei verlor.

Bei den Grünen haben wir uns vergangene Woche gefragt, ob der Parteitag ein Aufbruchssignal aussendet. Bisher ist das noch nicht deutlich zu beobachten, es ging zwei Mal winzig rauf, ein Mal um einen Prozentpunkt nach unten. Die Unterschiede sind also viel zu gering, um wirklich einen Trend ablesen zu können.

Was das jetzt heißt
Deutschland geht in die Sommerferien und die Parteien müssen den Wahlkampf-Elan durch die Pause retten. Nach Linken und Grünen hatte die SPD dieses Wochenende ihren Parteitag, die Union hat ihren Claim „Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben“ vorgestellt.

Bisher sieht es nicht so aus, als ob sich ein Thema, zu dem die Parteien deutlich unterschiedliche Ideen haben, im Wahlkampf besonders aufdrängt. Anders als Macron in Frankreich oder Corbyn in Großbritannien stehen Merkel und Schulz derzeit eher für Detailvorschläge als für ein euphorisches Gefühl einer Bewegung. Will Schulz aufholen, muss es ihm gelingen, dieses Gefühl aus den Anfangstagen seiner Kandidatur wieder zu entfachen.

Was wirklich wichtig war
Die SPD hat einstimmig ihr Wahlprogramm beschlossen. Gerechtigkeit, Zukunft und Europa sind drei Schlagworte, die dem dazugehörigen Parteitag vorangestellt waren. Drei Ideen: Das Rentenniveau soll gleich bleiben, das Renteneintrittsalter nicht erhöht werden und ein einiges und starkes Europa soll vorangetrieben werden. Gerade in den ersten beiden Punkten gibt es Differenzen zur Union. Sie glaubt, dass gesellschaftliche Veränderungen auch Reformen bei den Renten nötig machen, beispielsweise fiel bereits häufiger das Schlagwort von der „Rente mit 70“.

(Foto: Dong Zhang, unsplash.com)

Die S&R-Prognose ist online! So funktioniert sie

Die dritte Stufe unseres Modells ist online und anders als die beiden bisherigen Schnitte wagt sie als Prognose den Blick in die Zukunft. Dafür kombinieren wir den S&R-Umfrageschnitt mit einem Prognosemodell, um täglich aktuelle Prognosen zu liefern. So funktioniert’s.

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Germany’s Next Bundestag

Sie ist eine der Lieblingswebsites aller Bundestagskandidaten und -kandidatinnen. Auf mandatsrechner.de kann man sich tagesaktuell ausrechnen wie groß der Bundestag wird, wie viele Sitze die Fraktionen bekommen und welche Kandidaten wahrscheinlich in den Bundestag einziehen werden. Arndt Leininger sprach mit dem Macher der Seite, Christian Brugger.

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