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Woche 29 – Was die Umfragen zeigen

Zwei Monate vor der Wahl macht die AfD weiter leicht Boden gut und die SPD hat ihr Tief überwunden - sie muss aber noch schneller zulegen.

Die wichtigsten Trends

Fünf neue Umfragen sind seit unserem letzten Überblick am vergangenen Sonntag erschienen und es gibt derzeit weiter nur einen klaren Trend: Die Werte der Parteien bewegen sich derzeit kaum.

Die Union bewegt sich weiter leicht über 38 Prozent, die SPD hat ihre Talsohle erreicht und vermutlich sogar durchschritten: Im S&R-Schnitt ging es im Vergleich zum Tiefpunkt vor zwei Wochen inzwischen rund einen Prozentpunkt bergauf – langfristig ist das aber mit Blick auf die Wahl in zwei Monaten zu langsam. Die Sozialdemokraten stehen laut unseren Modellen immer noch bei nur rund 24 Prozent.

Gute Nachrichten gibt es dagegen für AfD-Anhänger: Ihre Partei hat in den letzten elf veröffentlichten Umfragen neun Mal zulegen können und nur ein Mal leicht verloren.

Was das jetzt heißt

Es ist weiter möglich, dass die AfD von der Debatte um Innere Sicherheit nach dem G20-Gipfel profitiert hat. Auch die harte Linie der Partei in der Türkeifrage könnte in den nächsten Tagen noch weitere Anhänger mobilisieren.

Angela Merkel kann ihrem Sommerurlaub weiter recht gelassen entgegenblicken, der Vorsprung der Union bleibt komfortabel und im statistischen Rauschen der vielen Umfragen gibt es derzeit keinen erkennbaren Abwärtstrend. In unserer diese Woche erstmals veröffentlichten Prognose sehen wir die Union bei rund 37 Prozent, fast die Hälfte mehr als die SPD.

Was wirklich wichtig war

Die diplomatische Krise zwischen Deutschland und der Türkei hat große Teile der politischen Debatte bestimmt. Die SPD stellt das vor ein taktisches Dilemma: Sigmar Gabriel ist Außenminister und seines Postens wegen die sinnvollste Stimme in der Diskussion. Gleichzeitig erzeugt jede seiner Äußerungen auch den Eindruck, dass Kanzlerkandidat Schulz wenig zu dem Thema zu sagen hat.

Der sorgt aber nun mit einem Vorstoß zur Flüchtlingspolitik für Aufsehen. Er reist diese Woche nach Rom, um den italienischen Ministerpräsidenten zu treffen. Schulz will die Verteilung von Flüchtlingen innerhalb der EU neu regeln. Revolutionär ist diese Idee nicht – bisher scheiterte sie an der Verweigerung vieler Mitgliedsstaaten. Trotzdem sei es klar Schulz’ Kalkül, sich als Macher zu positionieren, während Angela Merkel urlaubt, schreibt taz.de.

(Foto von LoboStudio Hamburg auf Unsplash)

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