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Woche 32 – Was die Umfragen zeigen

Die SPD gewinnt leicht hinzu, aber Schwarz-Gelb bleibt eine wahrscheinliche Option. Quer durch alle Parteien gibt es endlich auch mehr inhaltliche Forderungen.

Die wichtigsten Trends

Sechs Wochen bis zur Wahl, fünf Umfragen in der letzten Woche: Der Wahlkampf nimmt nun doch ein wenig Fahrt auf.

Die Sozialdemokraten können sich freuen, dass endlich einmal die Befragungen für sie in die richtige Richtung deuten: in vier der fünf Erhebungen legen sie zu, wenn auch immer nur leicht.

Auch die Linke gewinnt drei Mal hinzu und ist laut S&R-Schnitt nun mit einem Prozentpunkt Vorsprung vor der AfD die drittstärkste Partei – das kann aber immer noch ein Erhebungsfehler sein. Für die AfD dagegen gab es diese Woche nach einem kleinen Aufschwung zuletzt eher schlechte Nachrichten: Sie verlor in drei Umfragen.

Was das jetzt heißt

Ohne einen noch kräftigeren Aufschwung werden die Sozialdemokraten sicher keine Chance darauf haben, im nächsten Bundestag die stärkste Fraktion zu bilden. Ein kleiner Anfang könnte gemacht sein, aber trotz leichter Zugewinne werden erst die nächsten Wochen zeigen, ob wir wirklich einen stabilen Stimmungsumschwung erleben, oder ob die Ergebnisse dieser Woche nur statistisches Rauschen waren.

Es bleibt vorerst weiter so, dass schwarz-gelb mit gemeinsam rund 47 Prozent eine deutlich bessere Chance auf eine absolute Mehrheit der Sitze hat als Rot-Rot-Grün mit derzeit um die 40 Prozent.

Was wirklich wichtig war

Die ersten Bundesländer kommen aus den Sommerferien zurück und klassisch gilt spätestens das dann als Start für die heiße Phase des Wahlkampfs. Sechs Wochen vor der Abstimmung versuchen die Parteien immer mehr, ihre politischen Forderungen zu platzieren. Drei Beispiele:

Martin Schulz hat in einem Sommerinterview mit dem ZDF unter anderem gegen die Autoindustrie gewettert und bescheinigte Angela Merkel ein „sozialdemokratisches Parteiprogramm“. Er will mehr Geld in Bildung, Forschung und Entwicklung sowie digitale Infrastruktur stecken.

Bei den Grünen forderte Katrin Göring-Eckardt, dass die Mehrwertsteuer für Smartphone-Reparaturen auf sieben Prozent gesenkt werden solle, damit Handys häufiger repariert statt neugekauft werden. Außerdem sprach sie sich im Gespräch mit der WAZ/Funke Mediengruppe für mehr Videoüberwachung auf öffentlichen Plätzen aus.

Und beim Auftakt des AfD-Wahlkampfs in Düsseldorf gab es kleinere Proteste: Rund 170 Menschen demonstrierten gegen die Partei und ihre Ziele, berichtet die Westdeutsche Zeitung.

(Foto von Roman Kraft bei Unsplash)

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